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anniversary / blue-collar-doctor-poet


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Doderer





Anmeldungsdatum: 22.09.2003
Beiträge: 48
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 13.12.2003, 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

luv hat folgendes geschrieben:
Sei bedankt, doderer.



keine ursache - stattdesen: einfach weitermachen !
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 17.12.2003, 09:18    Titel: Motorflug Antworten mit Zitat

"Ihre Maschine ist eine Adaption des Kastendrachenprinzips…" schrieb die New York Times am 25. Dezember 1903, nachdem Orville und Wilbur Wrigth ihr Gerät acht Tage vorher in der Umgebung von Kitty Hawk, NC zwölf Sekunden in der Luft gehalten hatten und die Erfindung dem Staat zum Kauf anboten.

Der Tod des Bordkanzelschützen

Randall Jarrell

Aus dem Schlaf meiner Mutter fiel ich in den Staat
Und krümmte mich in seinen Bauch, bis mein feuchter Pelz gefror.
Sechs Meilen von der Erde aus dem Traum des Lebens gefallen,
erwachte ich zu schwarzer Flak und Alptraumjägern.
Ich starb, und sie wuschen mich aus der Kanzel mit dem Wasserschlauch.


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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 26.12.2003, 09:56    Titel: schwarz. weiß. bunt Antworten mit Zitat

Jean Toomer
geb. Nathan Pinchback Toomer

26. Dezember 1894 — 30. März 1967

Sohn eines Plantagenbesitzers und der Tochter des ersten Gouverneurs afro-amerikanischer Abstammung (von Louisiana). Sein Äußeres erlaubte ihm ein Leben als Weißer, als Schwarzer; studierte dies, das, hier, dort, lebte in Städten, bereiste Kontinente, wurde zur Harlem Renaissance gezählt, war Anhänger Gurdjieffs: ein Leben, zu bunt für ein StandFoto.


Ihre Lippen sind Kupferdraht

Geflüster gelber Globen
glüht auf Laternenpfosten schwankend
wie Trinker von Schwarzgebranntem im Nebel

und schickt deinen Atem feucht zu mir
wie helle Perlen auf gelben Globen

ruf im Kraftwerk an und sag
dass die Hauptleitungen isoliert sind

(ihre Worte schwingen sanft auf und ab
taufeuchte Gänge aus Plakatwänden)

dann entferne das Isolierband mit deiner Zunge
und presse deine Lippen auf meine
bis sie strahlend erglühen

Aus „Cane", 1923
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 13.01.2004, 07:21    Titel: Bosh! Antworten mit Zitat

2. Februar 1882 (Dublin) — 13. Januar 1941 (Zürich)

He rests. He has travelled.

With?

Sinbad the Sailor and Tinbad the Tailor and Jinbad the Jailer and Whinbad
the Whaler and Ninbad the Nailer and Finbad the Failer and Binbad the
Bailer and Pinbad the Pailer and Minbad the Mailer and Hinbad the Hailer
and Rinbad the Railer and Dinbad the Kailer and Vinbad the Quailer and
Linbad the Yailer and Xinbad the Phthailer.

When?
Going to dark bed there was a square round Sinbad the Sailor roc's auk's
egg in the night of the bed of all the auks of the rocs of Darkinbad the
Brightdayler.

Where?
____________________________________________________




Bosh! Stephen said rudely. A man of genius makes no mistakes. His errors are volitional and are the portals of discovery.
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 05:04    Titel: Antworten mit Zitat

Arno Schmidt
18. Januar 1914 — 3. Juni 1979

"Ein Hase." "Es ist eine Wurzel" " Es ist 1 Hase." : " Es ist eine
Wurzel" (Als wir näher kamen, war es eine Wurzel) / Als wir weiter weg
waren lief die Wurzel weg & war 1 Hase !
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Filigran





Anmeldungsdatum: 22.09.2003
Beiträge: 23
Wohnort: München und Augsburg

BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, das ist ein schöner&lustig-behender Arno:

Sach mal, woraus?
Seelandschaft mit Poca?,Herz?; weitere Arnobildung nicht ausbreitend, da versiegt.

gruß an den strengen luv
_________________
filigran/aes
(auf!seufzender poet)
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

aussm zettelkasten
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Filigran





Anmeldungsdatum: 22.09.2003
Beiträge: 23
Wohnort: München und Augsburg

BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Puh, luv,

schaut aus wie einer von Arnos vielen.
Und trotzdem:Aus welchem Prosatext vom Arno kommt der Hase? "Zettels Traum" is es woll nüch ...(?). Da müsste mehr Joyce-Ton drin sein in der Hasenszene. Andererseits der Spaziergang des kundigen Oberprotagonisten? Hm.

Erheische Auskunft.

aes/f/f
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sage doch: es ist aus einem zettelkasten von arno schmidt. mir ist nicht bekannt, dass schmidts notizen allesamt&verbatim in seinem gedruckten werk wiederzufinden wären.
ich habe nichts gegen einzelne feedbacks, natürlich nicht, aber diesen ordner weiter zu zerchatten, filigran, bitte ich zu unterlassen: was bedeutet: keine antwort wäre die richtige antwort. thx.
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 07.02.2004, 18:19    Titel: Zwangsarbeit & Russisch Manna Antworten mit Zitat

David Ignatow
07. Februar 1914 — 17. 11. 1997

Sohn russischer Einwanderer.
„Mein Vater pflegte entspannt im weichen Sessel zu sitzen und im Licht einer Stehlampe von seiner Lektüre zu schwärmen: Tolstoi, Turgenjew und Tschechow in ihrer Originalsprache. Die Ehrerbietung, mit denen er von ihnen als Menschen und als Schriftsteller sprach, hat sich mir unauslöschlich eingeprägt." — Schluss mit lustig beim großen Börsenkrach 1929: David wurde als Arbeitskraft im Familienbetrieb, einer Buchbinderei in Brooklyn gebraucht. Nebenher verfasste er Gedichte. Als 1946 der erste Sammelband erschien, „Poems", rezensierte William Carlos Williams: „Dies sind Gedichte für Millionen, in den Städten und außerhalb, für alle, die solche Gedichte lesen, wenn sie sie nur kriegen. Manna in der Wüste."


Die Fliege

Ich tötete eine Fliege
und legte die Waffe daneben,
wie man die Waffe des toten Helden zu seinem
Leichnam legt - die Fliege
die das Fenster zu ersteigen versucht
bis ganz nach oben; aus einem Sumpf geboren,
um in kühner Selbstüberwindung zu sterben;
und ich bin es, der das Ende setzt.
Müde vom Tag und mit Anbruch der Nacht
bette ich meinen Körper neben der Fliege.
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 08.02.2004, 12:45    Titel: Geographical Displacement Antworten mit Zitat

Elizabeth Bishop
08. Februar 1911 — 06. Oktober 1979

Sie war eine langsame Schreiberin: 101 Gedichte schrieb sie in ihrem Leben; an dem Gedicht „One Art" arbeitete sie fünfzehn Jahre.

One Art

The art of losing isn't hard to master;
so many things seem filled with the intent
to be lost that their loss is no disaster.

Lose something every day. Accept the fluster
of lost door keys, the hour badly spent.
The art of losing isn't hard to mater.

Then practice losing farther, losing faster:
places, and names, and where it was you meant
to travel. None of these will bring disaster.

I lost my mother's watch. And look! My last, or
next-to-last, of three loved houses went.
The art of losing isn't hard to master.

I lost two cities, lovely ones. And, vaster,
some realms I owned, two rivers, a continent.
I miss them, but it wasn't a disaster.

--Even losing you (the joking voice, a gesture
I love) I shan't have lied. It's evident
the art of losing's not too hard to master
though it may look like ( Write it!) like disaster.

Der Vater starb, bevor sie ein Jahr alt war; ihre Mutter verkraftete den Tod ihres Mannes nicht und verbrachte den Rest ihres Lebens in psychiatrischen Einrichtungen. Elizabeth pendelte zwischen den Großeltern in Nova Scotia und der Familie ihres Vaters in Massachusetts. In New York im Jahre 1934 wandte sie sich an die zunächst abweisende Marianne Moore; die gemeinsame Freude an Zirkusbesuchen ließ MM auftauen, sie wurde EB's Mentorin und Freundin.
Nach NewYork lebte sie in Key West, Florida; bereiste für drei Jahre Europa und als sie 1951 auf einer Schiffsreise nach Südamerika erkrankte, blieb sie in Brasilien zurück: für achtzehn Jahre lebte sie in Rio de Janeiro und fand in Lota de Macedo Soares ihre Lebensliebe und ihren Lebenshalt. Nach Lotas Suizid kehrte sie in die USA zurück und wurde 1969 Poet-in-Residence der Harvard University.

1946 unternahm sie eine Autofahrt nach Hew Hampshire, fuhr aber kurz entschlossen durch bis nach Nova Scotia, dass sie seit fünfzehn Jahren nicht gesehen hatte. Auf diese Unternehmung, eine Selbstkonfrontation mit den Landschaften der Kindheit, gehen einige ihrer besten Gedichte zurück.


Erster Tod in Neuschottland

Im kalten, kalten Salon
legte meine Mutter
Arthur unter die Chromographien:
Edward, Prince of Wales,
mit Princess Alexandra
und King George mit Queen Mary.
Unter ihnen auf dem Tisch
stand ein ausgestopfter Seetaucher,
geschossen und ausgestopft von Onkel
Arthur, Arthur's Vater.

Seit Onkel Arthur ihm
eine Kugel hinein jagte,
hatte er kein Wort gesprochen.
Er behielt seine Meinung für sich
auf seinem weißen, gefrorenen See,
dem marmorbedeckten Tisch.
Seine Brust war breit und weiß,
kalt und zum Streicheln;
seine Augen waren rotes Glas,
sehr zu begehren.

„Komm", sagte meine Mutter,
„Komm und sag lebwohl
zu unserm kleinen Vetter Arthur."
Man hob mich hoch und gab mir
eine Lilie aus dem Tal,
in Arthurs Hand zu legen.
Arthurs Sarg war
ein kleiner frostiger Kuchen,
und der rotäugige Taucher beäugte ihn
von seinem weissen, gefrorenen See.

Arthur war sehr klein.
Er war ganz weiß, wie eine Puppe,
die noch nicht angemalt war.
Jack Frost hatte ihn zu malen begonnen,
so, wie er immer malte;
das Maple Leaf (auf ewig).
Er hatte eben mit dem Haar begonnen,
wenige rote Striche, und dann
ließ Jack Frost den Pinsel fallen
und ließ ihn weiß, auf ewig.

Die gütigen königlichen Paare
waren warm in Rot und Hermelin;
ihre Füße gut eingeschlagen
in die Hermelinschleppen der Damen.
Sie luden Arthur ein, der
kleinste Page zu sein am Hof.
Aber wie konnte Arthur gehen,
seine winzige Lilie umklammert,
seine Augen so fest geschlossen,
und die Straßen versunken im Schnee?
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 01.03.2004, 12:00    Titel: great wit & deep resources Antworten mit Zitat

Howard Nemerov

1. März 1920 — 5. Juli 1991

Stil

Flaubert wollte einen Roman schreiben:
Über nichts. Er sollte kein Thema haben
Und nur vom Stil getragen werden,
Wie der Heilige Geist, der über dem Abgrund
Kreist oder wie die kleinen Tiere
In Disney-Cartoons, die auf einem Zweig stehen,
Der bricht, aber sie fallen nicht –
Bis sie nach unten schauen. Er schrieb diesen Roman niemals
Und einen anderen auch nicht,
Der zu nennen gewesen wäre: La Spirale,
Worin sich das Vermögen des Helden mehrte,
Im Traum, während sein Leben weiter ginge und sich auflöste.

Wie dem auch sei, für diese beiden Bücher
danken wir dem Meister. Sie können gelesen werden,
unter Mühen, allein im Geiste
Und sind nicht so vollständig verloren wie gewisse Werke,
Die in Alexandria verbrannten, in Florenz fortgeschwemmt wurden
und niemals an den Universitäten gelehrt werden.
Außerdem sind sie nicht vom Stil deformiert,
Dem Feuer, das frisst, was es erleuchtet.

___________________________________________


Robert Lowell

1. März 1917— 12. September 1977

Für die Unionstoten

„Relinquunt Omnia Servare Rem Publicam."

Das alte Süd-Boston-Aquarium steht
in einer Sahara aus Schnee. Zerbrochene Fenster vernagelt.
Die bronzene Wetterfahne: ein Dorsch ohne Schuppen.
Die luftigen Becken sind leer.

Meine Nase kroch schon schneckengleich über das Glas;
meine Hand kribbelte,
wollte Blasen fangen,
die von den Nasen schüchtern gefälliger Fische stiegen.

Meine Hand zuckt zurück, ich seufze oft
um das dunkle untere Wucherreich
von Fisch und Reptil. Eines Morgens im März
drückte ich mich an den neuen stachlig verzinkten

Zaun des Boston Common. Hinter ihren Käfigstäben
grunzten gelbe Löffelbagger-Dinosaurier
als sie tonnenweise Gras und Matsch abfraßen
für ihr Unterweltsparkhaus.

Parkplatzräume luxuriös wie städtische
Sandhalden im Herzen von Boston.
Ein Gürtel orangener, farbiger Puritanerkürbisse
hosenträgert das kribblige Rathaus,

das die Grabungen erschüttert, als es Colonel Shaws
ansichtig wird und seiner pausbäckigen Negerinfanterie
auf St. Gaudens erschütterndem Bürgerkriegsrelief,
das holzplankengestützt am Beben des Parkhauses hängt.

Zwei Monate nach dem Marsch durch Boston
das halbe Regiment tot;
bei der Enthüllung
konnte William Jones fast den Atem der Bronzeneger hören.

Ihr Denkmal steckt als Gräte
in der Kehle der Stadt.
Sein Colonel ist so mager
wie eine Kompaßnadel.

Er hat eine wachsame Zaunkönigswut
die straffe Sanftheit des Windspiels;
er scheint vor Vergnügen zu zucken,
an Geheimhaltung zu ersticken.
Jetzt ist er ungebunden. Er erfreut sich der lieblichen
seltsamen Macht, das Leben zu wählen und sterben –
als er seine schwarzen Soldaten in den Tod führt,
kann er den Rücken nicht beugen.

Auf tausend Neuengland-Kleinstadtrasen
halten altweiße Kirchen ihren Atem
aus sparsam ernster Rebellion; fransige Flaggen
bedecken die Gräber der Großen Armee der Republik.

Die Steinstandbilder des abstrakten Unionssoldaten
werden jedes Jahr schlanker und jünger –
sie dösen wespentailliert auf Musketen
und grübeln durch Backenbärte hindurch ...

Shaws Vater wünschte kein Monument,
außer dem Graben
in den seines Sohnes Leiche geworfen
und verloren ward mit seinen „Niggers".

Der Graben ist näher.
Hier gibt es kein Standbild zum letzten Krieg;
auf der Boylston Street zeigt ein Berufsphotograph
Hiroshima wie es über

einem Mosler-Safe kocht, dem „Rock of Ages",
der den Knall überstand. Der Weltraum kommt näher.
Wenn ich vor meinem Fernseher kauere,
steigen trockne Gesichter von schwarzen Schulkindern auf wie Ballons.

Colonol Shaw
reitet auf seiner Kuppel,
erwartet
sehnlich die Rast.

Das Aquarium ist fort. Überall
schnüffeln RiesenWagen heckflossig vorwärts wie Fische;
eine grimmige Untertänigkeit
gleitet auf Schmierfett vorbei.

______________________________________________________

Und Richard Wilbur begeht heute in Cummington seinen dreiundachtzigsten.

Parable

I read how Quixote in his random ride
Came to a crossing once, and lest he lose
The purity of chance, would not decide

Whither to fare, but wished his horse to choose.
For glory lay wherever turned the fable.
His head was light with pride, his horse's shoes

Were heavy, and he headed for the stable.
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luv





Anmeldungsdatum: 12.09.2003
Beiträge: 358
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 04.03.2004, 04:37    Titel: blue-collar-doctor-poet Antworten mit Zitat

Ein Kinderarzt. Ein Landarzt. Als poetischer Experimentator erreicht er nicht die Brillianz eines Eliot oder die Eleganz von Wallace Stevens, verfügt aber über das Amerikanische seiner Sprache (Spreche) wie seit Walt Whitman keiner.

William Carlos Williams

17. September 1883 - 4. März 1963


Danse Russe

Wenn, solang mein Eheweib schläft
und das Baby und Kathleen
schlafen
und die Sonne eine flammweiße Scheibe ist
in seidenen Nebeln
über glänzenden Bäumen, —
wenn ich in meinem Nordzimmer
nackend tanze, grotesk
vor dem Spiegel
mein Hemd um meinen Kopf schwenke
und sanft zu mir singe:
„Ich bin allein, allein,
wurde geboren, allein zu sein,
so ist es gut!"
Wenn ich meine Arme bewundere, mein Gesicht,
meine Schultern, Flanken, Arschbacken
vor den gelb geränderten Schatten, —

Wer will da sagen, ich wäre nicht
der glückliche Geist meines Hauses?
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